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WIR HABEN MIT EINEM ZUG ANGEFANGEN…

Posted: septembre 18th, 2012 | Author: | Filed under: Texte in deutscher Sprache | No Comments »

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Am 23. November letzten Jahres hatten 800 Personen es sich in den Kopf gesetzt, den CASTOR Zug mit radioaktiven Abfällen in der Umgebung von Valognes zu blockieren – und sie haben es geschafft. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat die Anti-Atom-Bewegung in Frankreich den Weg der gemeinsamen direkten Aktion eingeschlagen. Sie hat eine Stimme hören lassen, die nicht gezittert hat. Sie hat den zehntausenden Deutschen geantwortet, welche seit zwanzig Jahren diesen Zug blockieren. In der für die Atomindustrie wichtigsten Zone des am meisten Atomenergie produzierenden Landes der Welt war das eine inakzeptable Sache. Und weil es Gewohnheit ist, alle Ereignisse, welche die Existenz der Kraftwerke und der Wiederaufbereitungsanlagen angreift, zu verschweigen, wollte man auch alle Gegner zum Schweigen bringen.
Deshalb wurde sechs Monate später auf dem Camp von Montabot gegen die Hochspannungsleitungen alle Gewalt entfesselt und es kam zu 25 Verletzten, drei davon schwer. Und danach kam es zu einer richtigen Walze von juristischen Verfahren gegen alle, die Widerstand leisten: neun Angeklagte für Valognes; der Bürgermeister von Chefresne in Polizeigewahrsam genommen, woraufhin er und der gesamte Gemeinderat zurückgetreten sind; mehrere Gerichtsprozesse und Verurteilungen, davon eine richtige Knaststrafe fuer die Teilnahme am Kampf gegen die Hochspannungsleitung Contentin-Maine; mehrere Einschüchterungsversuche durch Vorladungen. Diese Aneinanderreihung von juristischen Angriffen, welche Ihre einzige Waffe darstellt, ist nichts anderes als ein politischer Angriff auf die Feinde der Atomenergie.
Am 9. Oktober 2012 wird in Cherbourg ein neuer Prozess gegen jene drei Leute stattfinden, die es auf sich genommen hatten, den Sinn der Initiative des Camps von Valognes gegenüber den Medien zu vertreten. Dies wäre ein Präzedenzfall für politische Kämpfe, dass allein der Fakt, sich gegenüber Journalisten zu äussern unter folgende Anklagepunkte fällt: direkte Provokation, auf die eine bewaffnete Versammlung folgt, Organisieren einer verbotenen Demonstration und Komplizenschaft bei der Zerstörung von öffentlichem Eigentum. Und mit welchen Beweisen werden diese schweren Vorwürfe unterlegt? Zwei oder drei Interviews auf dem TV-Sender BFM, in Le Figaro oder France Soir reichen aus, um die Angeklagten als die Grauen Eminenzen zu präsentieren, welche eine Herde folgsamer Schafe kommandieren.
Die Operation ist folglich komplett schamlos. Es geht darum, eine Situation herzustellen, in der
Ereignisse wie das von Valognes nicht von einem Diskurs begleitet werden können, der öffentlich geteilt wird. Es geht darum, dass wer an solchen Aktionen teilnimmt, als gewöhnliche Kriminelle oder als Spinner behandelt werden. Es geht darum, so zu tun als gäbe es Chefs, um die Möglichkeit zu leugnen, dass es nicht hierarchische Formen der Organisierung gibt. Es wird versucht, jede verständliche Formulierung eines kollektiven und offensiven Engagements zu verhindern. Um was es uns geht, ist, die unanständige Verbindung zwischen Gesten und Gedanken möglich zu machen.
Dieser Prozess könnte nirgendwo auf diese Art stattfinden als in der geschlossenen Gesellschaft eines Gerichtssaales. Deshalb rufen wir zur breitesten Unterstützung auf und laden Euch ein zum Prozess zu kommen:

TREFFPUNKT VOR DEM GERICHTSGEBÄUDE

AM 9. OKTOBER UM 10:00H

Unterstützungskomitee für die Beschuldigten von Valognes
legalteamvalognes@riseup.net

Für die finanzielle Unterstützung:

IBAN FR76 4255 9000 5541 0200 1473 207 – BIC CCOPFRPPXXX


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