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WIR HABEN MIT EINEM ZUG ANGEFANGEN…

Posted: septembre 18th, 2012 | Author: | Filed under: Texte in deutscher Sprache | No Comments »

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Am 23. November letzten Jahres hatten 800 Personen es sich in den Kopf gesetzt, den CASTOR Zug mit radioaktiven Abfällen in der Umgebung von Valognes zu blockieren – und sie haben es geschafft. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat die Anti-Atom-Bewegung in Frankreich den Weg der gemeinsamen direkten Aktion eingeschlagen. Sie hat eine Stimme hören lassen, die nicht gezittert hat. Sie hat den zehntausenden Deutschen geantwortet, welche seit zwanzig Jahren diesen Zug blockieren. In der für die Atomindustrie wichtigsten Zone des am meisten Atomenergie produzierenden Landes der Welt war das eine inakzeptable Sache. Und weil es Gewohnheit ist, alle Ereignisse, welche die Existenz der Kraftwerke und der Wiederaufbereitungsanlagen angreift, zu verschweigen, wollte man auch alle Gegner zum Schweigen bringen.
Deshalb wurde sechs Monate später auf dem Camp von Montabot gegen die Hochspannungsleitungen alle Gewalt entfesselt und es kam zu 25 Verletzten, drei davon schwer. Und danach kam es zu einer richtigen Walze von juristischen Verfahren gegen alle, die Widerstand leisten: neun Angeklagte für Valognes; der Bürgermeister von Chefresne in Polizeigewahrsam genommen, woraufhin er und der gesamte Gemeinderat zurückgetreten sind; mehrere Gerichtsprozesse und Verurteilungen, davon eine richtige Knaststrafe fuer die Teilnahme am Kampf gegen die Hochspannungsleitung Contentin-Maine; mehrere Einschüchterungsversuche durch Vorladungen. Diese Aneinanderreihung von juristischen Angriffen, welche Ihre einzige Waffe darstellt, ist nichts anderes als ein politischer Angriff auf die Feinde der Atomenergie.
Am 9. Oktober 2012 wird in Cherbourg ein neuer Prozess gegen jene drei Leute stattfinden, die es auf sich genommen hatten, den Sinn der Initiative des Camps von Valognes gegenüber den Medien zu vertreten. Dies wäre ein Präzedenzfall für politische Kämpfe, dass allein der Fakt, sich gegenüber Journalisten zu äussern unter folgende Anklagepunkte fällt: direkte Provokation, auf die eine bewaffnete Versammlung folgt, Organisieren einer verbotenen Demonstration und Komplizenschaft bei der Zerstörung von öffentlichem Eigentum. Und mit welchen Beweisen werden diese schweren Vorwürfe unterlegt? Zwei oder drei Interviews auf dem TV-Sender BFM, in Le Figaro oder France Soir reichen aus, um die Angeklagten als die Grauen Eminenzen zu präsentieren, welche eine Herde folgsamer Schafe kommandieren.
Die Operation ist folglich komplett schamlos. Es geht darum, eine Situation herzustellen, in der
Ereignisse wie das von Valognes nicht von einem Diskurs begleitet werden können, der öffentlich geteilt wird. Es geht darum, dass wer an solchen Aktionen teilnimmt, als gewöhnliche Kriminelle oder als Spinner behandelt werden. Es geht darum, so zu tun als gäbe es Chefs, um die Möglichkeit zu leugnen, dass es nicht hierarchische Formen der Organisierung gibt. Es wird versucht, jede verständliche Formulierung eines kollektiven und offensiven Engagements zu verhindern. Um was es uns geht, ist, die unanständige Verbindung zwischen Gesten und Gedanken möglich zu machen.
Dieser Prozess könnte nirgendwo auf diese Art stattfinden als in der geschlossenen Gesellschaft eines Gerichtssaales. Deshalb rufen wir zur breitesten Unterstützung auf und laden Euch ein zum Prozess zu kommen:

TREFFPUNKT VOR DEM GERICHTSGEBÄUDE

AM 9. OKTOBER UM 10:00H

Unterstützungskomitee für die Beschuldigten von Valognes
legalteamvalognes@riseup.net

Für die finanzielle Unterstützung:

IBAN FR76 4255 9000 5541 0200 1473 207 – BIC CCOPFRPPXXX


4 Punkte zum Blockadeaufruf der Castorroutine in Valognes

Posted: novembre 10th, 2011 | Author: | Filed under: Sur les rails, Texte in deutscher Sprache | No Comments »

Versammlung am Donnerstag, den 24. November 2011 um 11 Uhr

Camp vom 22. bis 24. November 2011

1. Eine Aktion wird nicht reichen

Nach der Katastrophe von Fukushima geht die Profitgier der französischen Atomlobby ungebremst weiter und führt zur völligen Realitätsverweigerung. Diese Lobby, die sich als führend versteht, miemt gegenüber allen anderen Staaten den Schulmeister : sie sei es die die Kernkraft voll im Griff habe. Und in einem Moment in welchem andere Regierungen den Risiken anfangen Rechnung zu tragen und ihre Politik der öffentlichen Meinung beginnen anzugleichen, macht die französische umbekümmert weiter, als wäre nichts geschehen.
So hat in einer Situation die die Atomindustrie schwächen müsste, deren Lobby nichts an Einfluss und Arroganz eingebüst.

Einer der industriellen und wirtschaftlichen Schwerpunkte und Perspektiven des staatseigenen Weltmarktführers auf dem Gebiet der Kerkrafttechnik, AREVA, spielt sich im Département « La Manche »,in der Normandie ab : der Bau Frankreichs erstem « Europäischer Druckwasserreaktor » (EPR) samt dazugehöriger Hochspannungsleitung (THT), die Wiederaufbereitungsanlage für Brennelemente bei La Hague und so weiter. Angesichts dieser gigantischen Maschienerie, lässt sich gut direkt beim Räderwerk ansetzen. Die Züge die von La Hague aus die Radioaktivität in ganz Europa verteilen sind ein gute Möglichkeit die Industrie zu plagen, so wie es in Teilen Deutschlands seit vielen Jahren getan wird. Im Bewusstsein das diese Aktionen den Versuch darstellen die Rückversendung an den Absender zu blockieren, handelt es sich jedoch nicht um ein Votum für die Beibehaltung der Abfälle in La Hague. Es muss verstanden werden das es die Nuklearwirtschaft im Ganzen und besonders die ungelöste Abfallverwaltung ist um die es uns geht.
Ein einzelnes Zusammenkommen mit der Ambition einer Blockade des Castor-Transports ist noch keine gravierende Blockade dieser Wirtschaft, aber es soll ein Baustein zu einer Bewegung auf Dauer, lokal und international sein, die ihr unentwegt Steine in den Weg legen wird.

2. Kernkraft abschalten!

Die letzten 30 Jahre, abgesehen von einigen Ausnahmen, hat sich die Opposition der Atomwirtschaft auf eine symbolische Konfrontation beschränkt, eine die parlamentarische Demokratie anrufende und Hof machende. Um etwas zu bewegen müssen wir mit dieser Gewohnheit brechen, die uns hat einschlafen lassen in diesem nuklearen Alltag. Atomindustrie demontieren! Dabei stehen die Umtriebe in La Manche ganz oben auf der Liste. Stören der Baustellen um die Hochspannungsleitungen (THT), stören der Atommülltransportroutine, das ist Sand im Getriebe. Es ist an uns, uns zu organisieren und diesen Kampf sichtbar und effektiv werden zu lassen.
Dabei spielt nicht nur unsere Fähigkeit materiellen Schaden anzurichten gegen die Interessen der Atomindustrie. Die Offenlegung ihrer Arroganz und Hinterfragung ihrer unerbetenen Präsenz in unserem täglichen Leben sind Dinge mit denen wir ohne Zweifel absofort beginnen können.

3. Erste Schritte

Das angestrebte Ziel der Versammlung am 24. November in Valognes ist es zusammen in Richtung Transportstrecke zu gelangen und diese zu besetzen (Die genauen Ortsangaben für Versammlung und Camp werden erst wenige Tage vorher bekannt gegeben um den Druck seitens der Polizei zu verringern). Dieses kann nur gelingen wenn wir einige hundert sind! Über den kollektiven Blockadeversuch hinaus, wird es die entschlossene Mobilisierung sein die zum Erfolg beiträgt.
Im Bewusstsein darüber, dass es für viele schwierig sein wird sich frei zu nehmen für diese 3 Camptage während der Woche, zielt die Mobilisierung nicht zwingend auf Anwesenheit in Valognes ab. Öffentliche Zusammenkünfte müssen überall wo es nur möglich ist stattfinden.
Aktionen, praktische wie symbolische, ebenso aber auch Unterstützung für die Versammlung in Valognes können bereits organisiert werden. Es ist für Organisationen und Gruppen auch möglich den Aufruf zu unterzeichnen (valognesstopcastor.noblogs.org).

Durch diesen Aufruf der am Anfang eines gerade beginnenden Prozesses steht, erhoffen wir uns ein Netzwerk des Vertrauens stricken zu können, das weitere störende Aktionen möglich macht. Die Bildung einer Opposition die horizontal funktioniert.
Konkret heisst das, das die drei Tage des Camps es möglich machen sollen einer verfrühten Abfahrt des Castors vorzugreifen, aber auch gemeinsame Zeit zum Austausch über Ansichten und Praxen zu haben und diesen in Gang zu bringen.
Bewusst der Schwierigkeiten so ein Camp zum Anfang des Winters auf die Beine zu stellen, werden wir Obdach, Essen und vorallem Wärme bieten können in dieser schönen Gegend(bringt eigene Zelte mit).
Um dieses Camp bestmöglich zu gestalten, richten wir uns an euch fuer Material und Vorschläge. Der Blog und E-Mails ermöglichen es uns uns zu organisieren und in Kontakt zu bleiben.

4. Unser Leben in der eigenen Hand haben

Mit der geübten Selbst-Organisation, ohne unsere Zukunft in die Hände von Delegierten zu legen, noch uns Wahlillusion hinzugeben, erwünschen wir uns es zu schaffen den kommenden Monaten Leben einzuhauchen. Dabei geht es darum ein neues Kräfteverhältnis zu erzeugen, unser Leben selbst in die Hände zu nehmen.
Ein Kampf gegen die Atomindustrie sollte sich nicht alleine an ihrer Beseitigung festmachen.
Der Schrecken der Kernkraft liegt in beidem, den Katastrophen die sie verursacht, als auch dem alltäglichen Einfluss auf uns den sie ausübt.
Das ist es was die Beendigung der Kernkraft zu einer komplexen Arbeit macht.
Denn nur auf diese Weise, aktiv, werden wir in der Lage sein den Reichtum einer In-Die-Hand-Nahme unserer Leben zu erfahren und uns die Mittel zum Untergraben einer Argumentation geben, die uns in einer Welt sieht welche Kernkraft nötig habe.

Eine mögliche Strategie zur In-die-Handnahme, ist eine Diskussion um die Existenz der Atomindustrie durch die Infragestellung der seit Jahren bestehenden Herrschaftsverhältnisse, während sie die Wirklichkeit der Verweigerung zeigt.

Es dem Einzelnen Menschen zu ermöglichen sich in eine Situation zu begeben in der er den ihm auferlegten Bedingungen begegnet, könnte das Intersse des Camps sein. Zu brechen mit der behaglichen Akzeptanz der Bürger gegenüber diesen Machtverhältnissen, aufzuzeigen das die eigentliche Herausforderung für den Menschen das Durchbrechen der Spirale der Enteignung ist.

Das Valognes Stop CASTOR Kollektiv


Anti-Castor-Camp in Valognes 22.-24. Nov.

Posted: novembre 3rd, 2011 | Author: | Filed under: Sur les rails, Texte in deutscher Sprache | No Comments »

Vom 22.-24. November wird in Valognes in Frankreich ein Camp gegen den den kommenden Castor-Transport organisiert. Hier findet ihr den übersetzten Aufruf und weitere Infos. Besucht den Blog http://valognesstopcastor.noblogs.org/ um weitere News mitzuverfolgen.
– Aufruf zum Camp in Valognes vom 22.-24. November 2011-

 

Die Katastrophe von Fukushima reiht sich ein in die lange Liste alltäglicher Schrecken der Atomkraft, aber es ist nicht mehr die Zeit, sich über diese Realität zu wundern. Was einigen als Alibi der Kontrolle und Verwaltung eines hochgezüchteten Lebens dient, erregt bei anderen ein Gefühl der Wut, die sich im vorherrschenden Fatalismus oder im verzweifelten Warten auf Wahlen nicht auflöst. Um aus dieser Ohnmacht auszubrechen bedarf es in der größten Atomantion der Welt einer starken, kollektiv getragenen Geste.

Kommenden November fährt der letzte Atommülltransport CASTOR (Cask for Storage and Transport of Radioactive Material) von La Hague in Frankreich nach Gorleben in Deutschland. Dies gibt uns eine Chance zu agieren. Die Frage des Atommülls ist das schwache Glied der Atomindustrie, und auffälligste Illustration des Skandals, den sie in ihrer Gesamtheit darstellt: Man weiß heute nicht besser als vor sechzig Jahren, wie man ihn loswird – er wird verfrachtet, um seine Halbwertszeit unter der Erde in Bure in Lothringen oder unter freiem Himmel in Sibirien zu fristen.

Der Transport im November 2010 war von einer starken Mobilisierung in Deutschland geprägt. Seit 15 Jahren kommt kein Zug ohne Hindernisse durch. Die Vielfalt der Blockadepraktiken erlaubt eine wahrhafte Störung entlang der gesamten Strecke, zum Beispiel: Wenn etwa 50.000 Menschen in Dannenberg demonstrieren, 400 Bäuer*innen im Wendland ihre Traktoren verkeilen, um die Konvois der Polizei zu blockieren und in Hitzacker 1400 Personen ungebeten auf den Gleisen auftauchen. Die Verzögerung des Konvois um vier Tage hat die Sicherung des Transports im vergangenen Jahr kostspieliger werden lassen als den Transport an sich.

Was wir vorschlagen ist daher, uns die bewährtesten Methoden der deutschen Anti-Atom-Bewegung anzueignen und die traditionelle Versammlung in Valognes mit einem zweitägigen Camp zu verstärken, von dem Aktionen und Reflexionen ausgehen. Bereits jetzt existieren lokale Kollektive, die sich in Folge von Fukushima konstituiert haben, als auch Leute, die sich in der Manche, in Mayenne, in Ille und Vilaine gegen das Projekt einer neuen Hochspannungsleitung organisieren. Wir rufen zu einer größtmöglichen Versammlung auf, um den CASTOR-Zug schon bei seinem Start zu blockieren – und warum nicht auch auf dem Rest seiner Reise. Nach der großen Demonstration in Rennes am 15. Oktober, bietet dies eine Möglichkeit, neuen Schwung in den Kampf zu bringen, die Anti-Atom-Bewegung in Frankreich zu beleben und, wer weiss, eines Tages zu siegen.

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Die Schließung des AKW in Fessenheim um 10 Jahre verschoben. Ein Präsident der Republik, der nicht sieht, wie die Katastrophe in Fukushima die französische Atomindustrie in Frage stellen könnte. Die Präsidentin von Arevai, just entlassen, die Zuflucht im Aufsichtsrat einer überregionalen « linken » Tagesseitung findet. Wie seinerzeit die Wolke von Tchernobyl, so scheinen auch die verheerenden Auswirkungen der Explosion von Fukushima auf den nuklearen Konsens wieder an Frankreichs Grenzen halt zu machen. Die irrsinnige Arroganz der französischen « Nukleokraten » ist grenzenlos. Deutschland beschließt den Atomausstieg: Nur ein « isolierter Fall ». Die Schweiz und dann Italien folgen den Schritt: Umso besser – verkaufen wir ihnen unsere Elektrizität. Noch ein bisschen und sie werden uns mit psychologischen Diagrammen erklären, dass, sollte Japan als nächstes seine AKWs abschalten, dies Folge eines vorübergehenden Übermaßes an Radiophobie ist.

Der Stoff der fadenscheinigen Erklärungen, ausgefallen Versprechungen und offenen Lügen, mit denen sich die Atomlobby über Wasser hält, zerreißt überall auf der Welt. Fukushima entlarvte vor aller Augen die unglaubliche Flickschusterei, auf den sich der alltägliche Betrieb eines AKW in dem « am weitesten technologisch fortgeschritten » Land reduziert. Wir können nicht länger ohne Boshaftigkeit den Rücktritt sämtlicher Verantwortlicher ignorieren, sobald der Unfall sich ereignet hatte; die Ohnmacht der japanischen Regierung, sich auch nur im mindesten den Konsequenzen zu stellen, die Dosimeter, die an Schüler*innen verteilt werden, um diese Ohnmacht wissenschaftlich zu verdecken, kurz: Die Unvereinbarkeit von Atomenergie mit der Tatsache, irgendwo auf dem Planeten Erde zu wohnen. Während alle Atomkraft befürwortenden wirtschaftlichen Argumente zusammenbrechen, lassen die hellsichtigsten Staaten dieses unkontrollierbare Monster hinter sich. Mit seinen Projekten EPRii und ITERiii, mit seinem MOXiv und seinen « Kollateralschäden », unter denen ganze Territorien außerhalb Europas leiden, erweckt Frankreich mehr und mehr den Eindruck eines Patienten im offenen Delirium, der gefährlich im Konzert der Nationen umherwandert. Wenn man sieht, wie der französische Staat seit Jahrzenten Milliarden verschwendet, würde man, handelte es sich um ein Individuum, sagen, dass er längst unter Pflegschaft gehört. Aber die nationale Leidenschaft für große Gerätschaften und neue Technologien, der Traum, eines Tages etwas anderes zu exportieren als Wein, Waffen und Autos, treffen an diesem Punkt auf die wohl verstandenen Interessen einer wirtschaftlichen Mafia, einer Sekte von Wissenschaftler*innen und Ingenieur*innen, die sich für eine Elite halten. Für die französische Atomlobby besteht die einzige Möglichkeit, der Strafe für all ihre bisherigen Verbrechen und Lügen zu entgehen darin, immer weitere und immer größere zu begehen. Falls die Bevölkerung eines Tages als Geisel genommen wurde, dann von diesen Leuten und von diesem Wahnsinn. Atomkraft in Frankreich ist ein Alptraum, aus dem uns Fukushima wecken sollte.

Um einen Anfang zu machen, gilt es das Scheitern der Grundannahmen zu erkennen, auf die sich die Anti-Atom Netzwerke der vorherigen Phase stützten:

1. Die Annahme, dass es ausreichen würde « zu informieren » und Druck auf Abgeordnete auszuüben, unzureichend angesichts der faktischen atomaren Bedrohung, wurde von Fukushima in Stücke geschlagen. Obwohl alle Welt weiß, dass die Umfragen wohl einräumen, dass 60 % der französischen Bevölkerung keine Atomkraft mehr wollen, ändert sich nichts. Dies heisst, dass das Problem der Atomkraft in Frankreich keine Frage von rationaler technischer Argumentation und Infortmationstrasparenz ist, sondern eine politische Frage des Kräfteverhältnisses. Wenn die deutsche Regierung, deutlich pro-Atomkraft, den Atomausstieg beschlossen hat, dann nicht aufgrund einer plötzlichen Erleuchtung der Vernunft, sondern dank der Kraft einer Bewegung, die handlugsfähig ist und erreicht hat, dass tausende von Menschen auf die Straße gehen.

2. Die historischen Anti-Atom-Kämpfe in Frankreich und anderswo haben noch nie einen Sieg davongetragen, es sei denn, sie verfügten über einen starken lokalen Einfluss. Darin besteht im Grunde der Unterschied zwischen Plogoff und Malville. Es erklärt auch die Langlebigkeit und intakte Stärke der deutschen Mobilisierung im Wendland gegen den Atommülltransport Castor. Also müssen wir lokal beginnen uns zu organisierten, und von dort aus in der Lage sein, all jene, die von anderswo kommen zur Unterstützung aufzurufen.

3. Das Problem der Atomkraft stellt sich nicht im Sinne von Risiken, die verwaltet und idealerweiste weitestgehend beseitigt werden müssen. Ein normales Funktionieren der Atomkraft und ihrer bedauerlichen Unfälle gibt es nicht. Wenn sich das Problem mit einer donnernden Katastrophe, periodisch bei uns in Erinnerung ruft, vergisst man darüber fast, dass die Katastrophe ebenso in ihrer Fehlfunktion besteht, wie in dem, was sie noch im reibingslosesten Ablauf verhindert. Die Atomkraft verstrahlt unsere Vorstellungskraft mindestens so sehr wie unsere Schilddrüsen. All unser Mögliches verdrückt sich unter dem maßlosen Schatten, den sie uns auferlegt. Derartige Infrastukturen, erstreckt über Tausende von Quadratkilometern, fordern eine Verwaltung und Organisation entsprechender Größenordnung. Ihre Gefährlichkeit bildet die Grundlage der perfekten Beherrschung der « Bevölkerungen », die in diesen Territorien leben. Die Atomkraft erzwingt eine globalisierte und befriedete Welt; sie realisiert daher das Ideal des Kredits über mehrere Generationen. Und ganz wie die Wirtschaft, erscheint die Notwendigkeit, sich davon zu verabschieden all jenen lebenswichtig, die im Fortbestehen jener Welt keinen wünschenswerten Horizont sehen.

4. Die Notwendigkeit sich der Atomkraft entgegenzustellen bedeutet nicht, dass man ihr « alternative Ernergien » entgegenstellen sollte; will man sich nicht an der Seite einer neuer industriellen Mafias wiederfinden, welche die Bauern von Pouilles und bald den Maghreb enteignet, um dort ihre absurden Solarenergiezentren zu bauen; und an der Seite der CEAv zu enden, die in der Zwischenzeit zur Kommission Alternativer Energien geworden ist. Die Trennungslinie verläuft nicht zwischen Atomkraft und alternativer Energie, sondern zwischen zentralisierter Energieproduktion, kommerziell und verwaltet von oben, und einer dezentralisierten Produktion, lokal kontrolliert und erneuerbar; einer Produktion im direkten Kontakt mit den Bedürfnissen, der sie gerecht werde soll. Nur in lokalem Maßstab zerfällt die Entscheidung Atomkraft oder Kerze: Weil sich dort die existierenden Bedürfnisse die Mittel der Produktion geben, die sie benötigt, und im Gegenzug die Möglichkeiten der Produktion die Bedürfnisse auf intelligente Weise neu definieren können. Es gilt, damit aufzuhören, die Energiefrage in nationalen Begriffen zu denken, sollte man vorhaben die Ohnmacht zu verlassen.

5. An welcher Strömung der Anti-Atomkraft-Bewegung wir uns auch beteiligen: Es gilt, damit aufzuhören, unsere kollektive Niederlage dieser oder jener anderen Strömung zuzuschreiben. Dieser Mechanismus der atavistischen Spaltung reinigt uns sicher von jeglicher Verantwortung, doch er verurteilt uns dazu, die Ursachen unserer Schwäche ewig zu wiederholen. Die Lehre, die uns von der deutschen Bewegung erreicht, besteht gerade darin, dass die verschiedenen Tendenzen auf einer praktischer Basis koexistieren können, jede mit ihrem eigenen Aktionsmodus. Von dem Moment an, da alle aufrichtig das gemeinsame Ziel verfolgen, die Atomkraft jetzt und aus eigener Kraft zu beenden, steht es niemand mehr zu, die Strategie der anderen zu verurteilen. Die Permanenz der Grabenkämpfe in Frankreich drückt nur die praktische Unzulänglichkeit der Bewegung aus. Es ist genau die Verschiedenenartigkeit, mit der auf Gesten des Kampfes in einem Territorium Bezug genommen wird, in der die Kämpfe im Wendland oder auch in Val de Susa (das italienische Tal gegen den Bau einer Hochgeschwingkeitszugstrecke) ihre Kraft gefunden haben.

Jetzt, da die Staaten sich verpflichten von der Atomkraft abzulassen, drängen wir mit Kraft auf den totalen und sofortigen Ausstieg. Lassen wir uns nicht von den Effekten von Regierungserklärungen täuschen, wie dem eines « verantwortungsbewussten » Ausstiegs aus der Atomkraft in 30 Jahren: es kann gut sein, dass dies für die Herrschenden nur ein Weg ist Zeit zu gewinnen, dass sie diese Entscheidung revidieren, sobald sich die Gelegenheit bietet und die Emotionen sich abgekühlt haben. Die Atomkraft hat ein dickes Fell. Insofern wir unser Leben nicht in die Hände irgendeines Herrschenden legen können, liegt die einzige Garantie für die tatsächliche Ausführung getroffener Entscheidungen genau in der Dauerhaftigkeit und der Kraft der Bewegung. Man hat genug mit unserem Leben gespielt. Wir lassen uns nicht im Rahmen der nuklearen Abrüstung verwalten, wie es mit unserer nuklearen Aufrüstung geschehen ist.

Wir treffen uns wieder vom 22. bis 24. November, um die Durchfahrt des Atommüllzuges CASTOR in Valognes zu blockieren.

Mehr Informationen auf dem Blog:

www.valognesstopcastor.noblogs.org

Die Details zum Camp werden auf dem Blog zu finden sein. Zögert nicht, uns für verschiedene logistische Beiträge, die jede*r oder jede Gruppe mitbringen kann, zu kontaktieren wie Kantinen, Zelte, Wasserfässer, Sani-Material, juristische Unterstützung, eigene Medien usw… Alles, was uns nützen kann.

Kontakt: valognesstopcastor @ riseup . net

Weitere Infos:

Autonomer Aufruf: http://www.castor2011.org/

Ticker: http://castorticker.de

http://www.castor.de

http://www.bi-luechow-dannenberg.de

http://www.x-tausendmalquer.de

http://www.widersetzen.de

http://www.baeuerliche-notgemeinschaft.de

http://www.gorleben-castor.de

http://castor-schottern.net

http://castor-suedblockade.de

http://valognesstopcastor.noblogs.org/


L’affiche et la cible

Posted: octobre 16th, 2011 | Author: | Filed under: Sur les rails, Texte in deutscher Sprache, Textes en français, Texts in English | No Comments »

L’affiche :

La cible :


Appel allemand au blocage du train CASTOR (dans le Wendland)

Posted: septembre 30th, 2011 | Author: | Filed under: Sur les rails, Texte in deutscher Sprache, Textes en français | No Comments »

De Valognes au Wendland, les CASTOR ne passeront pas comme ça !

(Traduction française du texte d’appel diffusé en Allemagne)

 

Mettre à l’arrêt l’Etat nucléaire !

CASTOR 2011 :

débordant/incontrôlable/insoumis


Selon les plans du gouvernement, un nouveau transport par CASTOR doit avoir lieu en novembre dans le Wendland. Ce sera le dernier convoi en provenance du centre de retraitement de La Hague en France. Ces dernières années, le trajet du train nucléaire ne s’est pas déroulé sans troubles : des crochets et le feu ont saboté la circulation ferroviaire, des dizaines de milliers de personnes se sont rassemblées dans de nombreuses gares jalonnant le trajet pour des blocages et des manifestations, ou pour s’enchaîner aux rails. Cette radieuse résistance internationale a été possible malgré l’encadrement du convoi par toute une armada de policiers armés, à bord de blindés, avec tout leur équipement technique.

À peine franchie la frontière du Wendland et déjà les flics se comportent comme une armée d’occupation. Chaque année, le Wendland se retrouve blindé de flics avec leurs voitures, leurs camions, leurs chars de déblaiement, leurs canons à eau et tout le reste de leur fatras réglementaire. Cela fait des années que les gens dans le Wendland en ont ras-le-bol – les contrôles répétés et la surveillance s’intensifient deux mois avant le transport lui-même. Le slogan ornant des affiches depuis de nombreuses années ne surprend donc guère : « occupant-e-s, dehors ! ». C’est précisément à ce niveau que nous voulons intervenir cette année. En 2010 déjà, des blocages massifs des routes de l’arrière-pays avaient permis aux paysans d’étendre victorieusement l’espace de la résistance. Un concept autonome que certains avaient également pratiqué au début du mouvement. Les groupes autonomes de tracteurs l’ont à nouveau montré l’année dernière : les occupant-e-s sont attaquables.

Ils sont dépendants de leur ravitaillement en boissons et nourriture – car dans les cuisines populaires de la résistance, on ne leur donne rien. Ils ont besoin de chiottes chimiques le long du trajet – en effet, qui veut laisser l’occupant rentrer chez lui pour aller aux toilettes ? Et ils sont dépendants de la relève pour une pause après un service de dix heures ou plus. Tôt ou tard, les occupants aussi sont fatigués, à force de rester debout, de porter et de tabasser les bloqueurs, bref : ils sont fatigués de jouer les suppôts de l’industrie nucléaire et de ses soutiens étatiques.

Etendre les espaces de la résistance

Etendre les espaces de la résistance, cela veut dire pour nous bloquer et saboter ce ravitaillement. Et cela peut déjà commencer avant les blocages – les flics de ta ville, eux aussi, vont dans le Wendland. Sur place, un tel concept signifie – tout en s’inscrivant dans la résistance globale – agir de manière autoorganisée et incontrôlable. Des colonnes de voitures de police peuvent par exemple être arrêtées par des blocages matériels et sans air dans les pneus, elles n’avancent que difficilement. Et si la bouffe ne quitte pas la cantine ou qu’elle est distribuée ailleurs, il n’y a pas de ravitaillement. Les possibilités sont multiples, les espaces de la résistance vastes. Dans ce cadre, la militance n’est pas une fin en soi, mais une forme de résistance parmi d’autres – mais nécessitant cependant une responsabilité particulièrement élevée. Le but est d’occasionner des dégâts matériels ciblés aussi élevés que possible sans mettre en danger de personnes n’ayant rien à voir avec tout ça et ainsi, créer des espaces libres pour de nombreuses autres formes de résistance, afin de perturber ensemble autant que possible le convoi.

C’est dans ce cadre que des groupes autonomes lancent cette année un appel pour des « vacances d’été dans le Wendland ». La campagne autonome « Mettre à l’arrêt l’état nucléaire ! CASTOR 2011 : débordant/incontrôlable/insoumis » invite les groupes affinitaires à se rendre diligemment sur place aux dates proposées. Peu importe que vous vous opposiez pour la première fois au castor, ou que vous et votre groupe affinitaire soyez dans la résistance depuis des années. Il nous importe de donner le meilleur de nous-même : autoorganisé, imprévisible et irréconciliable. Pour pouvoir agir victorieusement en petits groupes, nous mettons à votre disposition une carte sur laquelle est dessinée l’infrastructure nécessaire à l’Etat et ses sbires pour forcer le passage du CASTOR jusqu’au centre de stockage de déchets nucléaires. Quel est le trajet des colonnes de la relève ? Comment la nourriture parvient-elle jusqu’aux rails ? Où sont les casernes dans lesquelles les flics se reposent ? Où sont leurs chiottes ? Faisons pour eux de cette intervention un enfer.

Nous soulignons à ce niveau que rien n’empêche les policiers de refuser de participer à l’intervention ou de se porter malades. Le syndicat de la police a lui-même fait part de ces possibilités, ne serait-ce qu’en raison de l’exposition aux rayonnements radioactifs.

Mais revenons au concept avec lequel nous n’allons pas réinventer la roue, mais qui nous permettra de la faire à nouveau tourner. Muni de la carte susmentionnée, c’est parti. Le mieux est encore de planifier un week-end commun pendant la saison chaude. Les expériences de nombreux autonomes et anarchistes ces dernières années l’ont montré : la préparation crée la nécessité – et est en outre très utile. Il est important de connaître la géographie locale ; cela se passe d’autant mieux que des préparatifs ont été menés. Faute de quoi le groupe autonome lambda devra s’en remettre aux idées de tiers durant les journées d’action, idées qui ne correspondront pas forcément à ce qui avait été imaginé. Et s’il n’y a aucune proposition, tout le monde restera pendant des heures près du feu pour se réchauffer à débattre de ce qui pourrait être fait et dans ce genre de situation, il ne se passe en général pas grand-chose. Alors on se bouge !

Agir de manière imprévisible et décentralisée constitue un énorme avantage face à la concentration du dispositif policier. Mais cela recèle aussi des risques. Ainsi, nous recommandons de bien observer les routes, les voies de repli et les alentours, et ce dans la mesure du possible avant les journées d’action. Beaucoup de choses sont possibles, mais c’est toujours emmerdant de se faire pincer. Sur ce point, nous sommes confiants dans le fait que l’une de nos forces réside effectivement dans l’autoorganisation. Nous entendons ainsi élargir une nouvelle fois le concept global de résistance dans le Wendland par nos propres actions. Il ne s’agit pas pour nous de démobiliser celles et ceux qui seraient sur les rails ou sur la route. Car là aussi des actions décidées sont requises et elles seront préparées et soutenues côté autonome.

Tous les groupes affinitaires n’auront pas la possibilité ou le loisir de se préparer dès l’été, nous en sommes conscients. Cela suppose que ceux et celles qui se décideront au dernier moment puissent également s’y rattacher ; la carte doit le permettre. On peut aussi bloquer spontanément des routes. Le rallye Monte Göhrde permet ainsi depuis des années de se familiariser avec les règles du jeu et de s’échauffer. Il propose un parcours d’obstacles du type « nous explorons les chemins forestiers aux abords de la ligne ferroviaire », ce généralement le vendredi précédant les journées d’action. Tout le monde peut y participer, en tracteur ou en voiture, à moto ou à vélo, à cheval ou à pied. Nous pouvons a ce niveau deja bien taper sur les nerfs des flics.

Mettre à l’arrêt l’Etat nucléaire – au-delà du convoi

Le lobby nucléaire semble refluer après la catastrophe de la centrale de Fukushima. Pourtant, les paroles entendues en ce moment de « Innehalten » et « réflexion » ne sont pas sans rappeler les promesses tenues il y a 25 ans après la catastrophe de Tchernobyl qui, rabachées comme on dit son chapelet, avaient finalement ramené la paix dans la plupart des cœurs et des esprits. Quelques semaines seulement après la catastrophe de Fukushima – et alors qu’on est en plein dedans – les grands groupes nucléaires tentent comme à leur habitude de discréditer la résistance en ce qu’elle relèverait d’un caractère émotionnel. C’est un truc éculé. Les quatre grands groupes nucléaires en Allemagne et leurs fournisseurs veulent continuer à faire tourner leurs machines à billets et elles veulent conserver le monopole de l’approvisionnement électrique. Tout doit continuer tel que négocié depuis des années avec les gouvernements successifs. Un deal en faveur des entreprises RWE, Vattenfall, EnBW et Eon – pris sans la moindre responsabilité ni scrupule. Si les représentants des multinationales Grand Homme & co se contrefichent de la mise en danger de la vie humaine, ils entendent d’un point de vue stratégique gagner du temps pour trouver un nouveau moyen de sécuriser leurs millions de profit quotidiens. Un approvisionnement énergétique décentralisé constitue pour les grands groupes de l’énergie un scénario d’horreur en ce qu’il les conduirait à perdre leur pouvoir et leurs profits. C’est pourquoi nous appelons à ne pas se focaliser sur le seul convoi CASTOR, mais à saboter dès à présent cette part des flux capitalistiques de marchandises et signifier ainsi qu’il n’y a pour nous aucune réconciliation possible avec le système.

Cela vaut également pour le tournant énergétique dont il est question en ce moment. L’état bourgeois-vert va tout mettre en œuvre pour que tout reste comme aujourd’hui – en plus écologique. Il est important d’intervenir dans ce débat et de signifier clairement que c’est le rapport fondamental d’exploitation de l’homme et de la nature, justifié par une croissance permanente, qui constitue le cœur du problème. Ceci n’est pas une fin en soi, il ne s’agit pas du bien-être de tous, mais bien de l’accaparation et de l’exploitation de ressources par une minorité. Ceci ne porte pas que sur l’approvisionnement énergétique. Nous voulons attaquer ce rapport sur le fond. Partout. Et nous n’avons pas peur que la lumière s’éteigne.

Parallèlement, nous devons nous préparer à ce que ceux qui tentent actuellement, comme ce fut déjà le cas après le fameux compromis nucléaire rouge-vert, de se hisser au sommet du mouvement à partir de la face parlementaire, ne parviennent avant l’automne au compromis avec un grand C et par là, à l’apaisement du conflit. Cela avait conduit en 2001 à ce que le politicien vert Jürgen Trittin intime au mouvement de ne pas protester contre le transport par CASTOR. Certains l’avaient suivi. Nous espérons que ceux qui s’étaient risqués à le croire la dernière fois ne se feront pas à nouveau avoir. Mais nous ne pouvons et ne voulons pas faire confiance à des manœuvres de ce type. Nous considérons aujourd’hui comme hier que la sortie du nucléaire est un travail d’artisans et qu’aucun compromis avec l’Etat nucléaire n’est possible.

Aux convois en provenance de La Hague jusqu’à Gorleben suivront ceux venant de Sellafield. Les transports de déchets nucléaires vers Ahaus et Lubmin auront bel et bien lieu, tandis que des convois d’uranium ne cessent de traverser le pays – ce sans que l’opinion publique n’y prête la moindre attention. Il faut nous y opposer, donnons le coup de grâce à l’Etat nucléaire – en novembre avec les hommes et les femmes du Wendland, et tout au long du trajet. Donnons au prochain transport par CASTOR un coût politique aussi élevé que possible, en agissant tous ensemble de manière autoorganisée et internationalement et en encourageant à travers notre action de nombreuses autres personnes à résister activement. De manière imprévisible et irréconciliable.

Pour plus d’infos : www.castor2011.org

 

VERSION ORIGINALE :

Texte allemand castor2011 Aufruf-Castor2011-weiträumig-unkontrollierbar-renitent

Atomstaat stilllegen!
Castor 2011:

weiträumig/unkontrollierbar/renitent

Im November soll es nach den Plänen der Bundesregierung einen weiteren Castortransport ins Wendland geben. Es wird der letzte Transport aus der Wiederaufbereitungsanlage im französischen La Hague sein. In den vergangenen Jahren verlief die Fahrt des Atomzuges nicht störungsfrei: Hakenkrallen und Feuer sabotierten den Zugverkehr, an vielen Bahnhöfen entlang der Strecke versammelten sich zehntausende Menschen zu Blockaden und Kundgebungen oder ketteten sich an die Gleise. Dieser erfolgreiche, internationale Widerstand war möglich, obwohl der Zug regelmäßig von einer ganzen Armada von bewaffneten und gepanzerten Polizist_innen samt technischer Ausrüstung begleitet wird.

Spätestens ab der Grenze ins Wendland benehmen sich die Bullen wie eine Besatzungsarmee. Das Wendland ist jedes Jahr vollgestopft mit Cops und ihren PKW‘s, -LKW‘s, Räumpanzern, Wasserwerfern und anderem uniformierten Gerümpel. Den Leuten im Wendland geht das seit Jahren auf den Keks – ständige Kontrollen und Überwachung die schon zwei Monate vor dem eigentlichen Transport offensichtlich zunehmen. Nicht weiter verwunderlich die Parole, die eine Menge Plakate seit Jahren schmückt: „Besatzer_innen raus“. Genau daran wollen
wir in diesem Jahr anknüpfen. 2010 haben bereits die Bäuer_innen durch massive Straßenblockaden im Hinterland sehr erfolgreich den Raum des Widerstandes erweitert. Ein autonomes Konzept, das auch zu früheren Zeiten von einigen praktiziert wurde. Die autonomen Treckergruppen haben es im vergangenen Jahr wieder mal deutlich gemacht: Besatzer_innen sind angreifbar.

Sie sind abhängig davon, dass sie mit Essen und Getränken versorgt werden – denn in den Voküs des Widerstandes bekommen sie nichts. Sie sind angewiesen auf Dixie-Klos an der Strecke – denn wer will schon Besatzer_innen ins Haus und aufs Klo lassen? Und sie sind angewiesen auf Nachschub, wenn sie nach zehn oder mehr Stundenschichten mal eine Pause brauchen. Auch Besatzer_innen werden irgendwann müde vom stundenlangen Rumstehen, Blockierer_innen wegtragen und verprügeln, kurz gesagt: erschöpft davon, den Handlangerjob für die Atomindustrie und ihre staatlichen Unterstützer_innen zu machen.

Die Räume des Widerstandes erweitern

Die Räume des Widerstandes erweitern heißt für uns, diesen Nachschub zu blockieren und zu sabotieren. Das kann schon im Vorfeld beginnen – denn auch aus Deiner Stadt kommen Bullen ins Wendland. Vor Ort heißt ein solches Konzept – eingebettet in den gesamten Widerstand – selbstorganisiert und unberechenar zu agieren. Aufhalten lassen sich Wagenkolonnen beispielsweise durch Materialblockaden und ohne Luft in den Reifen fährt es sich auch ganz schlecht. Und verlässt das Essen die Kantine nicht oder wird
umverteilt, gibt es keine Versorgung. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Räume des Widerstandes groß. Militanz ist dabei kein Selbstzweck, sondern eine Widerstandsform von vielen – allerdings eine, die besonders hohe Verantwortlichkeit braucht. Das Ziel ist,
einen möglichst hohen, gezielten Sachschaden zu schaffen, ohne unbeteiligte zu gefährden, um so Freiräume für viele unterschiedliche
Widerstandsformen zu schaffen und damit gemeinsam den Transport so schwierig wie möglich zu machen.

Deshalb rufen Autonome Gruppen in diesem Jahr zu „Sommerurlaub im Wendland“ auf. Die Autonome Kampagne „Atomstaat stilllegen! Castor 2011 – weiträumig unkontrollierbar renitent“ rät Bezugsgruppen, sich rechtzeitig, sorgfältig und bei schönstem Sonnenschein vor Ort kundig zu machen. Egal, ob ihr das erste Mal Widerstand gegen den Castortransport leistet oder bereits seit Jahren mit eurer Bezugsgruppe dabei seid. Wichtig ist, wir wollen unsere beste Seite einbringen: selbstorganisiert, unberechenbar und unversöhnlich. Damit wir in kleinen Gruppen erfolgreich agieren können, gibt es eine Karte, auf der die Infrastruktur verzeichnet ist, die der Staat und ihre
Helfer_innen brauchen, um den Castortransport bis ins Atommülllager zu prügeln. Welche Strecke fahren die Nachschubkolonnen? Wie kommt das Essen an die Strecke? Wo sind die Kasernen, in denen sich die Bullen ausruhen? Wo stehen ihre Klos? Machen wir ihnen den Einsatz zur Hölle.

An dieser Stelle weisen wir darauf hin, dass Polizist_innen den Einsatz durchaus verweigern oder sich krankschreiben lassen können. Einst hat die Gewerkschaft der Polizei auf diese Möglichkeiten hingewiesen, schon allein wegen der radioaktiven Strahlenbelastung.

Aber zurück zum Konzept, mit dem wir das Rad nicht neu erfinden, aber wieder ins Rollen bringen. Ausgestattet mit besagter Karte geht’s los. Am besten ist, ihr plant noch während der warmen Jahreszeit ein gemeinsames Wochenende. Die Erfahrungen vieler Autonomer und Anarchist_innen der vergangenen Jahre haben gezeigt: Vorbereitung tut Not – und ist auch sinnvoll. Ortskenntnisse sind wichtig und noch besser ist es, Vorbereitungen sind schon getroffen. Ansonsten ist die gemeine autonome Kleingruppe während der Aktionstage immer auf die Ideen anderer angewiesen und die passen vielleicht nicht zu den eigenen Aktionsvorstellungen. Und wenn es keine Angebote gibt, dann stehen eh nur alle stundenlang an der wärmenden Feuertonne rum, debattieren was getan werden könnte und oftmals tut sich dann nicht viel. Also kommt in die Puschen!

Unberechenbar und dezentral zu agieren ist gegenüber dem konzentrierten Bullenaufgebot ein enormer Vorteil. Aber es birgt Risiken. Auch deshalb empfehlen wir allen, schaut euch die Wege, den Rückzug und die Umgebung genau und möglichst im Vorfeld an. Vieles ist möglich, erwischen lassen ist ärgerlich. Wir vertrauen dabei darauf, dass Selbstorganisierung tatsächlich eine unserer Stärken ist. Wir wollen damit das Gesamtkonzept des Widerstandes im Wendland wieder mal mit eigenen autonomen Aktionen erweitern. Dabei geht es uns nicht darum, von der Schiene oder der Straße weg zu mobilisieren. Auch hier sind entschlossene Aktionen gefragt und werden von
autonomer Seite her geplant und unterstützt.

Nicht alle Bezugsgruppen werden die Möglichkeit oder die Muße haben, sich bereits im Sommer vorzubereiten, das wissen wir. Deshalb soll das Konzept auch für die Kurzentschlossenen anschlussfähig sein, auch hierbei soll euch die Karte unterstützen. Materialblockaden sind auch spontan möglich. Um sich mit den Spielregeln vertraut zu machen und sich warm zu laufen, gibt es seit Jahren auch die Ralley Monte Göhrde. Ein „wir erkunden die Waldwege an der Schienentransport-Strecke“ Hindernis-Parcours, der meist am Freitag der Aktionstage stattfindet. Teilnehmen kann jedermensch, ob mit Trecker oder PKW, per Motorrad oder Fahrrad, zu Pferd oder auch zu Fuss. Hier können wir mit Mut zur Lücke den Bullen schon mal gehörig auf die Nerven gehen.

Atomstaat stilllegen – über den Transport hinaus

Auch wenn die Atomlobby durch den Super-GAU des AKW in Fukushima auf dem Rückzug scheint, erinnern die momentanen Phrasen des „Innehaltens“ und „nachdenkens“ sehr an die Versprechungen vor 25 Jahren nach dem Super-GAU in Tschernobyl, die gebetsmühlenartig so lange heruntergebetet wurden, bis die meisten Gemüter befriedet waren. Schon wenige Wochen – und noch inmitten des Super-GAU in Fukushima – schleichen sich die ewig gleichen Versuche der Atomkonzerne, den Widerstand als „emotional“ zu diskreditieren, wieder ein. Auch das ist ein alter Hut. Die vier Atomkonzerne in Deutschland und die Zulieferbetriebe wollen ihre
Gelddruckmaschinen weiter laufen lassen und sie wollen weiter das Monopol auf die Stromversorgung haben. Alles soll so weiter gehen, wie seit Jahren mit den jeweiligen Regierungen ausgehandelt. Ein Deal zugunsten der Konzerne RWE, Vattenfall, EnBW und Eon – und das ohne jegliche Verantwortung oder Bedenken. Konzernvertretern Großmann & Co. ist nicht allein die Gefährdung von Menschenleben egal, auch strategisch wollen sie die Zeit nutzen, um ihre täglichen Millionengewinne auf andere Art und Weise zu sichern. Dezentrale Energieversorgung ist den Stromkonzernen der wirkliche Horror, denn damit verlieren sie Macht und Gewinne. Deshalb rufen wir auf, nicht nur den Castortransport im Blick zu haben, sondern auch im Vorfeld diesen Teil der kapitalistischen Warenströme zu sabotieren und damit unsere Unversöhnlichkeit mit dem System deutlich zu machen.

Das gilt auch für das momentan diskutierte Konzept der Energiewende. Der bürgerlich-grüne Staat wird darauf dringen, dass alles bleibt wie es ist – nur ökologischer. Es ist notwendig in diese Debatte einzugreifen und deutlich zu machen, dass das grundsätzliche Verhältnis von Ausbeutung Mensch und Natur begründet mit stetigem Wachstum das eigentliche Problem ist. Dieses ist kein Selbstzweck, es geht nicht um Wohlstand für alle, sondern um den Zugriff und die Ausbeutung von Ressourcen durch wenige. Und das nicht nur bei der Energieversorgung. Wir wollen dieses Verhältnis grundsätzlich angreifen. Überall. Und wir haben keine Angst, dass das Licht ausgeht.

Zugleich werden wir uns darauf einstellen müssen, wie nach dem sogenannten rot-grünen Atomkompromiss, dass diejenigen, die jetzt von parlamentarischer Seite aus versuchen, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen, bis zum Herbst den ganz großen Kompromiss und damit die Befriedung des Konfliktes erreichen. 2001 hat das dazu geführt, dass der grüne Politiker Jürgen Trittin die Bewegung aufgefordert hat, nicht gegen den damaligen Castortransport zu protestieren. Einige sind dem gefolgt. Hoffen wir, dass diejenigen, die ihnen beim letzten Mal noch geglaubt haben, sich nicht wieder verarschen lassen. Verlassen können und wollen wir uns darauf nicht. Für uns gilt weiterhin, Atomausstieg bleibt Handarbeit, es gibt keinen Kompromiss mit dem Atomstaat.

Nach den Transporten aus La Hague werden weitere aus Sellafield nach Gorleben folgen. Atommülltransporte nach Ahaus und Lubmin werden stattfinden und immer wieder fahren Urantransporte durchs Land – letztere weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Der Wahnsinn im Namen des Kapitalismus wird also weitergehen. Stellen wir uns dem entgegen, machen wir dem Atomstaat den Garaus – im November gemeinsam mit den Menschen im Wendland und auf der gesamten Strecke. Machen wir den nächsten Castortransport auch politisch so teuer wie möglich, indem wir selbstorganisiert, international und gemeinsam agieren und viele andere durch unser Handeln ermutigen, aktiv Widerstand zu leisten. Unberechenbar und unversöhnlich.

Weitere Infos und Ankündigungen:
www.castor2011.org